CED-Nursing Factsheets

RUND UM DIE OPERATION PatientInnen mit einem Gewichtsverlust von mehr als 10% in den letzten 6 Monaten vor der Operation und/oder Serumalbumin <30g/l und/oder deutlicher Anorexie sollten eine Ernährungstherapie erhalten. Dazu stehen Trinknahrungen und Module zur Anreicherung mit Energie und Eiweiß zur Verfügung. Wenn PatientInnen ihren Energie- und Nährstoffbedarf über den oralen Weg nicht decken können, ist der Einsatz einer Sondenernährung und in weiterer Folge der Einsatz einer parenteralen Ernährung (auch in Kombination) indiziert. FISTELN PatientInnen mit distalen Fisteln und geringem Output brauchen keine speziellen ernährungstherapeutischen Maßnahmen. PatientInnen mit proximalen Fisteln oder High-Output-Fisteln sollten teilweise oder total parenteral ernährt werden. STENOSEN PatientInnen mit Stenosen oder intestinalen Strikturen können von einer konsistenzangepassten Diät profitieren. Dies wird im Einzelfall ärztlich festgelegt. Ballaststoffe sind bei strikturiendem Morbus Crohn kontraindiziert. PROBIOTIKA Bestimmte Probiotika können zur Remissionserhaltung bei Colitis ulcerosa und bei Pouchitis, nicht aber bei Morbus Crohn, eingesetzt werden. TRINKNAHRUNG Totaler oder teilweiser Einsatz von enteraler Ernährung oder Trinknahrung kann bei Morbus Crohn zur Erhaltung der Remission eingesetzt werden. SUPPLEMENTE & DIÄTEN Der Einsatz von Omega-3-Fettsäure-Supplementen oder das Einhalten bestimmter Diäten zur Erhaltung der Remission wird derzeit sowohl für Colitis ulcerosa als auch für Morbus Crohn nicht empfohlen. SCHWANGERSCHAFT & STILLEN Bei schwangeren Patientinnen soll der Eisen- und Folatstatus bestimmt und monitiert werden und gegebenenfalls Supplemente verwendet werden. Postpartale Patientinnen sollen, sofern keine Kontraindikation besteht, dazu ermutig werden zu stillen, da dies das Risiko für eine Entstehung von CED reduziert. Der Ernährungszustand (Körpergewicht, Mikronährstoffstatus) soll bei stillenden Patientinnen bestimmt und monitiert werden. Verwendete Quellen / Weiterführende Literatur: Bischoff SC et al: Klinische Ernährung in der Gastroenterologie (Teil 4) – Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Aktuel Ernahrungsmed 2014; 39: e72–e98 Forbes A et al: ESPEN guideline – Clinical nutrition in inflammatory bowel disease. Clinical Nutrition 2017; 36: 321–347 Fuchssteiner et al: Ernährung und chronisch entzündliche Darmerkrankungen – ein Konsensus der Arbeitsgruppe chronisch entzündliche Darmerkrankungen der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (Austrian Guidelines for nutrition in IBD). Z Gastroenterol 2014; 52: 376–386 Lee J et al: British Dietetic Association evidence-based guidelines for the dietary management of Crohn’s disease in adults. J Hum Nutr Diet 2014; 27: 207–218 MTD Gesetz § 2, Abs. 4

RkJQdWJsaXNoZXIy NTk1ODA=